es ist unglaublich wichtig, die heiligen namen NICHT zum zweck zu chanten, glücklich zu werden. ich würde sogar sagen, das wäre das größtmögliche vergehen gegen die heiligen namen. die haltung etwas zu tun, um glücklich zu werden, ist materialistisch, im trennungsbewusstsein gefangen, im mangelbewusstsein. die nichtgetrennte spirituelle seele ist ihrem wesen nach aber schon satchitananda. also gibt es keinen grund, um etwas zu tun, das glücklich macht, auch nicht das chanten der heiligen namen. zu chanten, um glücklich zu werden, ist etwas aus materieller motivation, und es heilt die materielle motivation auch nicht. der heilige name wird dadurch zum suchtmittel, statt heilmittel sein zu können. ein heilmittel macht heil, ein suchtmittel macht nur süchtig, süchtig nach "glück" oder "ekstase". die suche nach dem glück ist generell unspirituell, in diesem sinne unwissenschaftlich. sie leugnet das glück, das schon da ist. sie zementiert den illusionären zustand des materiellen NICHT glücklich seins. warum "wirkt" es dennoch, wenn auch temporär? weil der heilige name den materiell gesinnten eben auch etwas geben will, nämlich materielle ekstase. es ist ja nicht so, dass ekstase automatisch spirituell ist. das sollte bekannt sein. ein interessanter unterschied zwischen materieller und spiritueller ekstase ist, die spirituelle bleibt, auch wenn sie sich in andere formen umwandelt, die weniger spektakulär sind. materielle ekstase vergeht, und man muss immer wieder "nachfüllen". ein grundsätzliches problem ist hier, die grundsätzliche philosophie-verweigerung der vaishnavaphilosophen, die eigntlich dogmatiker sind, nicht philosophen, dogmatiker ohne verwirklichung. verwirklichtes wissen braucht keine dogmatik... verwirrklichtes wissen lebt. dogmatisches wissen ist tot. ich verstehe unter "philosophie" allerdings das verwirklichte wissen. hast du verwirklicht, dass du satchitananda bist? dann wirst du den heiligen namen nicht chanten, um glücklich zu WERDEN, sondern um deine glückselige natur, dein wissen, deine dankbarkeit AUSZUDRÜCKEN. du willst damit nichts erreichen, du drückst etwas aus, das du schon bist, das du schon hast. es ist dann AUSDRUCK, ergebnis, nicht methode, um zu einem ergebnis zu kommen. das singen der heiligen namen als methode zu sehen, ist das schlimmste vergehen. sri krishna formuliert es so: brahma bhuta prasannatma, na socati na kancsati, samah sarvehsu bhuteshu, mad bhaktim labhate param. warum sagt er das? weil das schlüsseleigenschaften einer verwirklichten, erwachten seele sind, die durch diese eigenschaften befähigt ist, ihm auf reine weise zu dienen. unreiner dienst ist motivbasiert, er missbrauchht den hingebungsvollen dienst als methode. daraus sollte man erwachen aus dieser mentalität. denn sie ist nicht nektaar, sondern gift. und darumm sollten wir uns bemühen, eben diese eigenschaften zu verwirklichen, eigentlich wieder zu entdecken, die sri krishna in diesem vers nennt. schalom.